In den vergangenen Tagen hat Stephanie Dietrich vom Gestüt Wickeschliede einen Beitrag veröffentlicht, in dem sie die Zucht der Friesenpferde grundsätzlich infrage stellt, gesundheitliche Probleme innerhalb der Rasse thematisiert und dabei auch das KFPS deutlich kritisiert. Dieser Beitrag hat innerhalb der Friesen-Community viele Diskussionen, Unsicherheiten und unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.
Als Vorstand des DFZ war es uns wichtig, gestern in einem offenen und respektvollen Telefonat unsere Sichtweise darzulegen. Uns geht es dabei keinesfalls darum, bestehende Herausforderungen innerhalb der Zucht zu ignorieren oder kleinzureden – auch wir sehen die Problematiken und nehmen diese sehr ernst.
Unsere Sorge ist jedoch, dass die Art und Weise der öffentlichen Darstellung bei vielen Menschen Ängste und Unsicherheiten gegenüber unserer wunderbaren Friesenrasse auslösen kann. Aussagen, die sehr emotional oder pauschal wahrgenommen werden, können dem Vertrauen in die Rasse, den Züchtern und letztlich auch dem gemeinsamen Engagement für die Pferde schaden.
Wir sind zudem der Auffassung, dass eine Zusammenarbeit im Bereich des Hauptsponsorings der Zucht nur dann sinnvoll ist, wenn beide Seiten grundsätzlich hinter der Zucht und den gemeinsamen Zielen stehen. Wenn die derzeitige Zucht nach unseren Richtlinien grundsätzlich infrage gestellt wird, sehen wir keine tragfähige Basis mehr für eine Partnerschaft in dieser Form.
Aus diesem Grund haben wir als Vorstand entschieden, die Zusammenarbeit in Form des Hauptsponsorings im Bereich Zucht mit dem Gestüt Wickeschliede zu beenden. Diese Entscheidung richtet sich nicht gegen Aufklärung oder den offenen Austausch zu wichtigen Themen. Im Gegenteil: Wir haben ausdrücklich dazu ermutigt, weiterhin Seminare und Informationsveranstaltungen mit Stephanie Dietrich zu Bereichen wie Genetik, Verwandtschaftsgrad und verantwortungsvoller Zucht durchzuführen.
Dabei ist uns jedoch wichtig, dass diese Themen sachlich, differenziert und lösungsorientiert vermittelt werden. Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, Probleme transparent anzusprechen, ohne dabei das Friesenpferd insgesamt schlechtzureden.
Wir wünschen uns weiterhin einen respektvollen Dialog und eine Zusammenarbeit aller Beteiligten im Sinne der Gesundheit, Zukunft und positiven Entwicklung unserer Friesenrasse.