Die richtige Hengstauswahl für Trägerstuten

Seit Mai letzten Jahres sind die DNA-Tests für Hydrocephalus (Wasserkopf) und Zwergwuchs für Mitglieder verfügbar.Jede Art und jede Rasse hat seine eigenen genetischen Abweichungen. Die DNA-Tests sind ein wichtiges Hilfsmittel, um diese Probleme erheblich zu reduzieren. Im vergangenen Jahr wurde sowohl über die KFPS Website, den Phryso und bei Vorträgen den DNA-Tests große Aufmerksamkeit gewidmet und auf die Bedeutung der Inanspruchnahme durch unsere Mitglieder hingewiesen. Inzwischen ist eine große Anzahl von Stuten auf diese Erbkrankheiten getestet und es kommen jetzt die Fragen zur Praxis, insbesondere bei der Hengstauswahl für die Stuten, die sich als Träger erwiesen haben. Durch diesen Artikel will das KFPS noch einmal Hilfestellung geben.

Träger sind wertvoll für die Zucht

Die Tatsache, dass eine Stute Träger ist bedeutet nicht, dass sie keinen Wert für die Zucht hat. Das KFPS unterstreicht dies, weil die Trägerschaft bei der Hengstwahl kein Grund ist, einen Hengst nicht zuzulassen. Besonders jetzt können mit Hilfe der DNA-Tests Risikoanpaarungen ausgeschlossen werden, die Trägerschaft ist kein großes Problem mehr. Der Ausschluss von Trägern (Hengsten und Stuten) von der Zucht könnte sonst wieder zu einer signifikanten Zunahme der Inzucht führen und der Qualitätsverbesserung im Wege stehen.
Wie hoch ist der Trägeranteil?

Der Anteil der Pferde, die Träger des Wasserkopfgens und des Zwergwuchsgens sind, ist in etwa gleich. Bei beiden Krankheiten ist ungefähr jedes 7. Pferd Träger. Dies war auch die Schätzung, von der ausgegangen wurde und nun auf der Grundlage der bisher getesteten Pferde bestätigt wurde. Auch als man auf den DNA-Test noch nicht zugreifen konnte lag die Anzahl der missgebildeten Fohlen bei weniger als 1 Prozent.
Was ist eine Risikoanpaarung?

Eine Risikoanpaarung ist eine Paarung aus einem Hengst und Stute, die beide Träger des gleichen Defekts sind. Bei einer Risikoanpaarung wird 1 von 4 Fohlen (25%) die Anomalie erben. Es versteht sich, dass eine solche Risikoanpaarung nicht vorgenommen werden sollte. Ist eine Stute kein Träger, dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Fohlens mit Wasserkopf oder Zwergwuchs, unabhängig davon ob der Hengst Träger ist oder nicht, bei Null.
Wie kann eine Risikoanpaarung verhindert werden?

Solange nur von den ab 2014 gekörten Hengsten bekannt ist, ob sie Träger sind, ist es wichtig, die Stuten testen zu lassen und die Hengstwahl mit dem Hengsthalter abzuwägen. Grundsätzlich sollten alle Zuchtstuten getestet werden, besonders wenn die Anpaarung mit einem Hengst erfolgen soll, der als Träger ausgewiesen ist. Diese können ohne Risiko nur bei negativ getesteten Stuten eingesetzt werden.

Warum werden nicht alle Hengste getestet?

Die Politik des KFPS ist auf die Beseitigungen von Risikoanpaarungen ausgerichtet und so die Geburt von Fohlen mit Wasserkopf oder Zwergwuchs verhindert wird. Das Risiko besteht darin, dass, wenn von allen Hengsten die Trägerschaft bekannt wäre, diese in der Zucht ignoriert würden. Dies ist unerwünscht, weil trotz ihrer Trägerschaft diese Hengste einen positiven Beitrag zur Zucht leisten. Der Ausschluss der Hengste würde zu einer ungerechtfertigten Erhöhung der Inzucht führen, mit dem damit verbundenen Risiko der Entstehung neuer Erbkrankheiten. Daher entschied man sich für einen Übergangszeitraum. Hengste, die im letzten Jahr zugelassen wurden, weisen in ihrem Rapport eine eventuelle Trägerschaft aus. In dieser Übergangsphase soll in Zusammenarbeit zwischen Züchter und Hengsthalter die Geburt von missgebildeten Fohlen verhindert werden.
Es ist sinnvoll nur mit trägerfreien Tieren zu züchten?

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Träger das abnorme Gen an seine Nachkommen weiter gibt, liegt bei 50%. So werden im Durchschnitt 50% der Fohlen aus einer Kombination aus einem Träger und einem trägerfreien Elterntier dessen Träger. Ist es ratsam, für die Zucht nur trägerfreie Stuten einzusetzen? Dies ist aus der Sicht des KFPS höchst unerwünscht:

1. Ausschluss aller Trägertiere würde zu einer Zunahme der Inzucht führen;

2. Zuchttechnisch wertvolle Tiere werden ausgeschlossen, so dass der Zuchtfortschritt verzögert wird;

3. Da es den Test gibt kann man den Risikoanpaarungen entgegenwirken. Die Tatsache, dass ein Zuchttier Träger ist, ist kein Grund, es nicht in der Zucht einzusetzen;

4. Durch die Vermeidung von Risikoanpaarungen werden Träger-Hengste weniger verwendet werden (diese Tendenz war auch nach der Entwicklung der DNA-Tests deutlich sichtbar), wodurch der Anteil der Träger allmählich abnehmen wird, so dass dieser Aspekt in absehbarer Zeit kein Thema mehr ist;

5 .Das KFPS arbeitet an der Entwicklung von Tests für mehrere Abweichungen. Das Züchten nur mit freien Elterntieren ist zur Zeit unmöglich.

Wie sieht meine Hengstauswahl aus, wenn die Stute Träger ist?

Für den Fall, dass eine Stute auf der Grundlage von DNA-Tests positiv auf Wasserkopf und Zwergwuchs eingestuft wurde, ist es wichtig, zusammen mit dem Hengsthalter zu erörtern, ob die Anpaarung sicher ist. Basierend auf dem Feedback über Abweichungen an den Hengsthalter wird dieser sich der Tatsache bewusst, dass ein Hengst Träger ist. Wenn Sie Zweifel haben, können Sie auch das KFPS auch für eine bestimmte Anpaarung einer Trägerstute konsultieren. (mail@kfps.nl)
Wie kann eine Stute getestet werden?

Aus der Sicht des Tierschutzes findet das KFPS es unmoralisch, mit Stuten, die nicht getestet wurden, zu züchten. Dies ist auch der Grund dafür, dass das KFPS den Test für eine geringe Gebühr anbietet. Für 45 € wird ein Pferd auf die Trägerschaft von Wasserkopf, Zwergwuchs und Fuchsfaktor getestet. Der Test kann über Mijn KFPS angefordert werden. Eine große Anzahl von Pferden sind beim KFPS Haarproben hinterlegt, die für den Test verwendet werden können. Das bedeutet, dass mit wenigen Mausklicks und ohne Haarproben zu ziehen der verwendet werden kann. Mitglieder können auch per E-Mail oder Telefon mit dem KFPS Kontakt aufnehmen, um einen Test anzufragen.

Zu diesem Thema eine Erinnerung an einen Bericht vom 22. Mai 2014 aus der Seite vom Zuchtstall van den Meyerhöfen:

DNA-Test für DFZ-Mitglieder verfügbar
Mitglieder des DFZ können ab jetzt ihre Pferde auf den Wasserkopf- und Zwergwuchsfaktor testen lassen. Der Test kann sowohl mit dem DNA-Material, das im Archiv des KFPS gelagert ist, als auch mit dem DNA-Material, welches der Besitzer des Pferdes an das Stammbuch schickt, ausgeführt werden.

Merkertest und Gentest
Der Test auf Wasserkopfvererbung ist ein Gentest. Das bedeutet, dass der Test auf Erkennung von Mutationen basiert, die die Erkrankung verursachen. Ein Gentest hat eine Zuverlässigkeit von 100 %. Der Test auf Zwergwuchs ist ein Merkertest. Die Mutation auf Zwergwuchs ist noch nicht exakt lokalisiert. Der Test basiert auf Merkergenen, die in dem Gebiet der DNA liegen, in dem sich die Veränderungen befinden. In einer geringen Anzahl von Fällen kann der Test ein falsches Ergebnis zeigen, sowohl positiv. Es wird momentan noch an dem Gentest auf Vererbung von Zwergwuchs gearbeitet. Zu dem Zeitpunkt, wenn dieser Gentest ausgereifter ist, werden die schon getesteten Pferde kostenlos erneut getestet.

Riskoanpaarungen
Das KFPS rät seinen Mitgliedern, Stuten, die zur Zucht eingesetzt werden, einem Test zu unterziehen. Auf der Basis des Ergebnisses sollten Anpaarungen von Hengsten und Stuten, die beide Träger sind, vermieden werden. Bei diesen Anpaarungen kann bei 25 % der geborenen Fohlen eine gesundheitliche Abweichung vorkommen. Wenn nur eines der Elterntiere Träger ist, wird kein missgebildetes Fohlen entstehen. Die ab diesem Jahr gutgekörten Hengste werden auf Trägerschaft getestet und die Ergebnisse werden im Körungsrapport veröffentlicht. Solange noch nicht von allen Hengsten die Trägerschaft bekannt ist, ist es ratsam, sich mit den Hengsthaltern in der Hengstauswahl zu beraten. Außerdem besteht die Möglichkeit, beim KFPS für eine getestete Stute eine Beratung einzuholen, ob eine in Erwägung gezogene Anpaarung sicher ist.

Veröffentlichung
Die Trägerschaft von Stuten wird nicht veröffentlicht. In Mijn KFPS wird die Auswertung des Tests nur für die eigenen Pferde sichtbar.

Anfragen des Test
Für die Anfragen des Test gibt es zwei Möglichkeiten. Es gibt ein Anfrageformular , dass heruntergeladen werden kann. Dieses Formular muss für jedes Pferd einzeln ausgefüllt werden und dann an das KFPS geschickt werden zusammen mit markierten Haarproben (Name/Lebensnummer). Viel einfacher ist es, ein digitales Formular unter “Mijn KFPS“ auszufüllen. Bei dieser Anfrage haben Sie die Möglichkeit, selbst DNA-Material ( Haarproben mit Haarwurzeln ) einzusenden oder von dem eingelagerten DNA-Material Gebrauch zu machen. Bei der digitalen Anfrage kontrolliert„“Mijn KFPS“, ob DNA-Material von dem betreffenden Pferd im Archiv vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, kann diese Möglichkeit nicht angeklickt werden und Sie erhalten die Auskunft, dass kein Material vorhanden ist. Normalerweise sollten die Ergebnisse innerhalb zwei Wochen bekannt sein. Leider kann es in dieser Anfangsphase zu Verzögerungen kommen.